Impressum | Datenschutz
r2-bike.com MTB RACING
Start

Sieg bei der Amateur-WM !!!

Nachdem es mir bei der diesjährigen CRAFT Bike Transalp bedingt durch Kälte kombiniert mit Höhe gesundheitlich nicht ganz so gut ging wollte ich es zum Saisonende noch einmal wissen…. Ein Bergrennen musste noch her. Die Amateur-WM in Saalbach-Hinterglemm ist ohnehin ein fester Bestandteil in meinem Rennkalender, da es seit 2008 gilt, den Weltmeistertitel zu verteidigen. Bislang hat dies jedes Jahr geklappt. Letztes Jahr durch eine Bronchitis kurz vor dem Start zwar nur auf der Kurzstrecke, dieses Jahr wollte ich jedoch die Langstrecke wieder in Angriff nehmen.

Mit 3675 Höhenmetern und 81 km ist die Strecke in der Tat laaang. Vor allem aber hat sie es in sich. 5 Berge gilt es zu erklimmen, davon reichen der 2. (Schattberg) und der 3. (Zwölferkogel) bis auf 2000 Meter Höhe. Hinzu kommt dass der letzte Zipfel vom Schattberg und der gesamte Zwölferkogel eine extreme Steigung haben, kombiniert mit stark gerölligem Untergrund, sodass selbst im Männerfeld ab Platzierung 3-4 alle Teilnehmer den Zwölferkogel schiebend erklimmen. 2009 konnte ich hier schon stark punkten, indem ich beide Berge bis zum Gipfel ohne abzusteigen hinauffuhr und somit meine Konkurrentinnen meilenweit abhängen konnte.

Diese Taktik hatte ich mir auch dieses Jahr wieder auf die Fahnen geschrieben. Den Zwölferkogel hinaufzufahren bedeutet gleichzeitig extrem an den eigenen Kräften zu zehren, sodass eine kluge Renneinteilung das A und O ist. Die WM wird auf 3 verschiedenen Strecken ausgetragen: 31 km, 48 km und 81 km. Für die jeweilige Distanz entscheidet man sich während des Rennens auf der Strecke an zwei Streckenteilungspunkten. Das bedeutet für mich, die ich die Langstrecke fahren möchte, dass ich eigentlich erst an der letzten Streckenteilung weiss, wer auf der Langstrecke zu meiner Konkurrenz gehört und dass ich mich durch Schnellstarter am Anfang nicht dazu verleiten lassen sollte, zu Rennbeginn das Tempo zu überziehen, da die Dame, die am Anfang Gas gibt am Ende vielleicht nur die kurze Runde fährt.

Am ersten Anstieg zum Spielberghaus kontrolliere ich zunächst mein Befinden. Atmung gut, Puls geht schön hoch und bewegt sich rund um die anaerobe Schwelle, Beine fühlen sich gut an – sehr gut! Jetzt kann ich mich auf das Rennen konzentrieren. Eine sehr junge Dame überholt mich im Wiegetritt, offensichtlich gehört sie zur Altersklasse Damen Expert (ich hingegen zu Damen Master) und ich bin mir sicher, dass sie in diesem Tempo entweder die kurze oder mittlere Runde fährt oder ich sie später am Zwölferkogel einsammeln werde. Also bleibe ich zunächst  gelassen und lasse sie ziehen. Der Schattberg rollt gut, jedoch zehrt die Hitze von nunmehr fast 30 Grad an der Substanz. Kopfschmerz setzt ein, habe wohl zu wenig getrunken. Hole nun das Trinken nach, allerdings schwappt es nun im Bauch und fühlt sich auch nicht gut an. Die erste Frau ist nicht mehr in Sicht, dafür aber auch die dritte Frau hinter mir nicht. Ich bewahre demnach Ruhe und kurble den Schattberg hoch. Nach der Abfahrt kommt nun die große Herausforderung: der Zwölferkogel mit durchschnittlich 14% Steigung auf sehr grobem Schotteruntergrund. Ich konzentriere mich voll auf einen runden Tritt, ziehen-treten-ziehen-treten. Am Zwölferkogel ist oben ein Wendepunkt, Auf- und Abfahrt sind ein Stückweit gleich und ich sehe meine Konkurrentin auf Platz 1 – Manuela Grünzweil, die offensichtlich doch nicht auf die Kurz- oder Mitteldistanz abgebogen ist, mir entgegenkommen, sie hat ca. 8 min. Vorsprung. Da sie ganz offensichtlich nicht meiner Altersklasse angehört ist es mir egal, der Zwölferkogel und die Hitze haben mir alles abverlangt. Ich kurble weiter, auf ziehen-treten kann ich mich nun fast nicht mehr konzentrieren und verlege daher nun meine Aufmerksamkeit

auf die elementaren Dinge, wie z.B. ein- und ausatmen, um die letzten 2 Gipfel noch zu absolvieren. Was im Vergleich zu den 2 hohen Gipfeln auf dem Höhenprofil wie 2 Hügelchen aussieht sind in Wirklichkeit noch einmal Anstiege von 400 und 500 Höhenmetern am Stück und ich muss mich zusammenreißen, um nicht das „Bummeln“ anzufangen. Der Puls will nicht mehr so richtig in die Höhe kommen und der ganze Körper hat jegliche Spritzigkeit ausgeschwitzt auf der langen Fahrt. Am letzten Serpentinen-Anstieg sehe ich Dame Nr. 3 – Gloria Hänsel – mit Vollgas näher kommen. Nun sind alle Antennen auf Empfang. Gel rein, trinken und alle Kräfte mobilisieren, die noch irgendwo in dieser ausgelaugten Hülle schlummern. Mein forciertes Tempo verdutzt nun hingegen die Konkurrentin und ich schaffe es tatsächlich vor Ihr auch den letzten Gipfel zu erklimmen. Nun kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Bergab macht mir kaum einer was vor, solange das Material hält, aber da bin ich mit meinem FELT Edict ja auf der sicheren Seite. Mit Vollgas brause ich als erste Dame der Altersklasse „Damen Master“ und als 2. Frau Overall ins Ziel. Geschafft! Weltmeistertitel erfolgreich verteidigt und erneut dieses harte Rennen sturzfrei und ohne Defekte überlebt.

DAMEN Master

Name Team Zeit
Natascha Binder FELT ÖTZTAL X-BIONIC 5:58:36.9
Silvia Klee-Bretting Mauer Bikeschopp 6:36:37.7
Bianca Krause Mountain Heroes 6:45:23.0

DAMEN Expert

Name Team Zeit
Manuela Grünzweil Haderer Sports Team 5:45:26.2
Gloria Hänsel peakpassion.de 5:59:25.3
Eva-Nadine Neipp www.bigtime-sport.at 6:22:18.2

Nächstes geplantes Rennen: Ironbike Einsiedeln, Schweiz

DIE FLEISCHBREMSE

Was den Bike-Veteranen die HS33 das ist mir die Fleischbremse.

Wann immer mir die Bremskraft der herkömmlichen Scheibenbremsen nicht reicht, betätige ich die Fleischbremse in Form meines linken Unterarms. Die Fleischbremse zeichnet sich durch zuverlässige Bremskraft und geringes Fading aus. Für diese Erkenntnis braucht es noch nicht einmal ein hochkarätiges Testlabor – die Fleischbremse bringt Fahrer und Bike definitiv innerhalb weniger Sekunden zum Stillstand, meist jedoch zum Erliegen….

Der Wechsel des Bremsbelags ist kostengünstig (Arnika-Salbe…), meist jedoch relativ langwierig (eine Bestellung bei r² kommt definitiv schneller an!). Eine Vollbremsung mit der Fleischbremse führt in den meisten Fällen zu einer gewissen Verglasung des Bremsbelags.

In solchen Fällen wird von einem erneuter Abruf der maximalen Bremsleistung abgeraten, da es zu einer unkontrollierten Einschaltung des Knochenbremsmoduls kommen könnte.

In diesem Sinne: vielleicht doch besser die Scheibenbremse betätigen…

Seid vorsichtig!!! Der Spruch „lieber tot als Schwung verloren“ sollte wirklich nur ein Witz sein. Und jetzt gute Fahrt!!!

Fuldachallenge Tag 6: Das große Finale

Unsere heutige Tagesetappe führt mit dem Touareg über die Ice Road nach Tuktoyaktuk (das heißt wohl „der, der den Wal fängt“). Die Ice Road ist ein ca. 2 km breiter Meeresarm, der im Winter konplett zugefroren ist und als Straße zum nördlichen Ende der Welt dient. Im Sommer ist dieses „end of the world“ mit „in the middle of nowhere“ (Inuvik) durch eine Fähre verbunden und ich frage mich, ob es eine Verbindung gibt, wenn das Eis zu schwach wird, aber die Fähre noch nicht fahren kann (hehe – das krieg ich noch raus!!!). Wir fahren 200 km quasi auf einer Eisplatte. Konditionen, bei denen zuhause alle Schritt fahren und die Straßen von quer stehenden BMW- und Mercedes-Fahrern verstopft sind (räusper…). Wir hingegen braten mit unseren Touareqs mit etwas über 90 km/h über das Eis (kann jetzt hier nicht genau schreiben wie schnell es wirklich war, weil STRIEZEL das lesen könnte. Sagen wir einfach mal genau 89 km/h plus ein bißchen). Die Kombination aus Allrad und den FULDA-Winterreifen sorgt auch in den Kurven für phänomenalen Grip und verschiebt eindeutig die Grenzen. Ich werde zuhause definitiv entweder meine Fahrweise anpassen oder das Equipment aufrüsten müssen, wenn mein Auto nicht als Schuhkarton und ich als Abziehbild an der Windschutzscheibe enden will ;o). Merkt Ihr was? Ich hab gute Laune, denn es ist geschafft!!!

Die Fahrt heute hat mir verdeutlicht, was der Begriff „weites Land“ bedeutet. So etwas kennt der Flachlandtiroler allenfalls aus Holland, jedoch wird das Einstellen der  Optik auf „unendlich“ dort zuweilen durch Großwindanlagen und Wohnwagen irritiert.

Für die Abschlußparty hat Fulda alle Register gezogen. Wir haben das große Glück, dass im Rahmen der diesjährigen Party der neue Sommerreifen „Sportcontrol“ vorgestellt wird. Ein Riesenspektakel wird veranstaltet. 2 Sattelschlepper haben Party-Equipment nach Inuvik gekarrt, inklusive köstlicher Menüs und leckerer Weine. Detlev D! Soost hat seine Tänzer einfliegen lassen und seine Freundin Kate Hall singt für uns. Der perfekte Abschluss dieser mehr als strapaziösen Woche in eisiger Kälte.

Nun ist es vorbei!! Und ich war in einer BADEWANNE. Mein persönliches Fazit der Woche: die Festplatte der Ansprüche wurde resetted. Wenn man sich freut, auf einem Matratzenzuschnitt auf dem Boden einer (für westeuropäische Verhältnisse) mehr als einfachen Hotel-Lobby im Massenlager zu übernachten, dann geht wieder etwas in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass ich mir dieses Gefühl eine lange Zeit bewahren werde und freue mich nun auf meine Familie, auf Wärme und ein kuscheliges Bett. Danke an alle, die mir dieses unvergessliche Erlebnis ermöglicht haben.

Fuldachallenge Tag 5

Um 6:30 Uhr erwachen wir in der Lobby und die Kehle ist staubtrocken von der Klimaanlage. Um 8.30 Uhr brechen wir auf Richtung Inuvik in den Northwestern Territories. In Fort Mc Pherson erwartet uns das erste Event des Tages: Car Pulling.

An einem Gurtband muss der Touareg ca. 100 m gezogen werden. Klingt lächerlich, entpuppt sich aber als mörderanstrengend. Thiemo und ich sind mit 110 kg Lebendgesamtgewicht das leichteste Team der Challenge. Für diese Disziplin ist jedoch etwas mehr Masse durchaus von Vorteil, sodass wir hinsichtlich unserer Performance schwarz sehen. Wir versuchen möglichst kleine Schritte zu machen und kriegen den Touareg relativ schnell in Bewegung gesetzt. Am Ende haben wir die fünftschnellste Zeit und sind sehr zufrieden. Schnell ins Auto denn hier sind es minus 50°C.  Weiter geht´s nach Inuvik. Gegen Mittag erreichen wir den zugefrorenen Mc Kenzie River, den wir überqueren müssen. Auf dem Boden sehen wir tiefe Risse und das Eis schimmert bläulich durch. Ein Schild besagt, dass die maximale Belastungsgrenze für den zugefrorenen Fluss bei 64 Tonnen liegt. Da liegen wir ja locker drunter.

Gegen Nachmittag treffen wir in Inuvik ein, haben erstmals einen Zugriff aufs Internet und warten nun auf das 9. Event: den Igloo-Bau, der um 20 Uhr beginnt. Der Haken an der Sache: hier sind es minnus 43 Grad. Die Schlafsäcke reichen bis minus 46°C…. Wollen wir hoffen, dass die Igloos diese Nacht genügend Wärme spenden… Uns steht jedoch frei im Auto zu übernachten, falls die Iglus zu kalt bei den harschen Außentemperaturen zu kalt sein sollten.

Für den Iglubau erwarten uns große festgepresste Schneehügel, die wir aushöhlen müssen, so dass 2 Matratzen hineinpassen. Das ganze auf Zeit. Eine Hundearbeit, im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir graben mit Händen und Füßen wie die Köter. Die Presse hat ihren Spaß und schlemmt vergnügt in einem Zelt in der Nähe. Wir kommen uns ein klitzepopelkleines bißchen vor wie  bei Brot und Spiele :o).

In der Mitte des Igluplatzes befindet sich ein sehr großes Lagerfeuer. Presse und Orga sind in  die Hotels zurückgekehrt. Wir Athleten stehen um das Lagerfeuer und vernehmen lautes Krachen. Wir fragen uns, was das wohl sein mag. Ein Eskimo klärt uns auf: wir befinden uns auf einem zugefrorenen See – sehr vertrauenserweckend, auch im Hinblick auf das Lagerfeuer….

Fuldachallenge Tag 4: Halbmarathon XS

Fulda_4_80

Der Wecker klingelt um 5:15 Uhr – würde heute nicht der Halbmarathon zum nördlichen Polarkreis auf dem Programm stehen, hätte man auch gleich die Nacht durchmachen können ;o). Das Thermometer zeigt minus 47°C und beim Abendesssen gab es schon die Ansage, dass es in der 500 km entfernten Eagle Plains Lodge, unserem heutigen Etappenziel, hinsichtlich der Übernachtung keine Gnade geben wird. Einen Ort gibt es nicht und das Hotel, eingebettet in 300 km nördlichem und 500 km südlichem NICHTS ist so klein, dass es kaum Hotelzimmer gibt – wir müssen in jedem Fall im Zelt schlafen, egal was das Thermometer anzeigt.

Zunächst erwartet uns aber die lange Fahrt dorthin nach Eagle Plains. Über 500 km geht es nur auf Schotter und Eis mit plötzlichen Black Eyed Peas, quasi eine Art Eis-Akne auf der Straße. Es sieht aus wie Asphalt aber in Wirklichkeit ist es pures Eis, so dass man abrupte Bremsmanöver vermeiden sollte. Wir befinden uns immerhin auf dem wohl gefährlichsten Highway der Welt.

Wir starten unsere Fahrt pünktlich um 6.15 Uhr, um rechtzeitig gegen 13.00 Uhr in Eagle Plains Lodge zum Mittagessen zu sein. Um 14.00 Uhr soll der Halbmarathon starten.

Um 9:15 Uhr beginnt die Morgendämmerung. Gigantische Panoramen bieten sich uns auf dem Dempster Highway, der das Yukon Territory mit dem Northern Territory verbindet. Die letzte Stunde fahren wir durch einen phantastischen Tannenwald. Gegen 12.00 Uhr erreichen wir nach 400 km und 5.5-stündiger Fahrt die Eagle Plains Lodge. Auf der gesamten Strecke stand kein einziges Haus oder irgendein anderes Zeichen menschlicher Zivilisation. Sehr einsam und sehr überwältigend.

In der Lodge stärken wir uns mit Nudeln für den Halbmarathon. Nach dem Mittagessen wird jedoch beim Briefing verkündet, dass die Witterungsbedingungen für einen Halbmarathon zu extrem geworden sind. Auf der Strecke zum Arctic Circle herrschen minus 40°C. Zudem weht eine steife Brise, die die Temperatur aufgrund des Windchill-Effekts auf gefühlte minus 53°C sinken lässt – definitv zu kalt für eine längere Kälteexposition. Die Strecke wird aufgrund dessen auf 6 km verkürzt. Ein Klacks – dachte ich, sehe die Entscheidung der Ärzte aber auch mit Skepsis, denn eine kürzere Strecke bedeutet auch, dass alle schneller laufen werden und somit tiefer atmen.

Gegen 13.15 Uhr geht es zum Start, den wir kurz vor 14 Uhr erreichen. Beim Aussteigen aus dem Auto merken wir schon wie kalt es wirklich ist. Das größte Problem ist die richtige Bekleidungswahl. Gesichtsmaske ist ohnehin Pflicht um Erfrierungen zu vermeiden. Der Startschuss fällt und wir laufen los, aber alle merken sofort, dass sie wie mit einem Fallschirm laufen. Die Luft ist so dünn und aufgrund der Kälte und der Gesichtsmaske fällt das schnelle Atmen so schwer, dass sich das schlagartig auf die Leistung auswirkt. Bei einem 6 km Rennen kann man locker einen Schnitt um die 4 min laufen, aber hier schaffen auch die Marathon-Cracks kaum eine Zeit unter 5 min. Das laufen fühlt sich an wie bei einem Training auf 2000 bis 3000 Metern Höhe. Detlev D! Soost läuft kurz vor mir und ich pirsche mich langsam an ihn ran, aber da bemerkt er es auch schon. Die letzten 2 km führen bergab. Da macht er einfach mal lange Schritte und haut mir kurz vorm Ziel ab.

Wohlbehalten erreichen wir nach mehr oder weniger 30 min den Arctic Circle – den nördlichen Polarkreis. Das Highlight der Fulda-Challenge!!! Schon ergreifend. Auf dem Rückweg zur Lodge geht die Sonne gerade unter und das Panorama ist ganz großes Kino.  So groß, dass Florian im Auto vor uns während der Fahrt nach seiner Kamera sucht und den Touareg in den Graben setzt (bzw. in die Schneewähe die sich am Fahrbahnrand befindet).

Hinter ihm fährt das Rescue-Team, das rechts ranfährt um zu helfen und prompt ebenfalls im Graben landet.  Nach einer spektakulären Bergungsaktion bei Sonnenuntergang geht es weiter zur Lodge.

Bei gefühlten minus 50°C entscheiden sich die Veranstalter erneut für das Athleten-Gnadenbrot. Wir dürfen unsere Matratzen in der Lobby ausbreiten und dort übernachten. Vorher müssen wir aber noch einen besoffenen Trucker von der Couch schmeißen. Zelte würden definitiv weggeblasen werden – so windig ist es. Und WIR sind so dankbar für den Schlafplatz drinnen! Mittlerweile ist das Teilnehmerfeld so zu einem Team zusammengewachsen, dass sich irgendwie alle über das Massenlager freuen – Jugendherbergsfeeling kommt auf.

Im Saloon spielen wir traditionsgemäß Billard und andere lustige Spiele, überall stehen ausgestopfte Tiere rum und wir fühlen uns wie die Darsteller in einem Western.

FULDACHALLENGE Tag3: Schneeschuhrennen und Fahrtechnik mit „Striezel“!

Auf dem heutigen Plan stehen der Schneeschuhberglauf und der Helikopterdrop. Der Helikopterdrop wird jedoch schon beim Frühstück in Frage gestellt, da der Heli bei Temperaturen um die minus 35°C nicht starten kann. Das Thermometer zeigt in der Frühe minus 40°C und steigt auch nicht als die Sonne herauskommt.

Ich ziehe mich morgens an. Meine kuschelige X-Bionic Energy Accumulator Extra Warm Funktionswäsche. Wundere mich allerdings, dass die Hose in der SchrittmItte ein kürbisgroßes Loch aufweist und muss feststellen, dass ich gerade das Oberteil untenrum angezogen habe – so weit ist es nun schon gekommen….

Claudi Nystad, Detlev D! Soost und Thiemo haben die Wäsche ebenfalls von X-Bionic zur Verfügung gestellt bekommen und wir wollen uns mit einem Gruppenfoto bei X-Bionic bedanken. Claudi ist zum einen schwer begeistert von der Wäsche („so etwas habe ich während meiner Wettkampfzeit immer gesucht – wieso krieg ich das eigentlich jetzt erst?“), zum anderen aber dann auch wieder nicht so, denn sie hofft darauf nach nunmehr 3 Tagen endlich mal einen Blick auf D!s Waschbrettbauch zu erhaschen, aber Detlev kriegt diese Wäsche einfach nicht vom Leib ;o)).

Wir starten zum „Dome“ wo der Schneeschuhberglauf stattfinden soll. Es herrschen nach wie vor minus 40°C und die Kleiderwahl ist extrem schwierig. Punkt 10.30 Uhr wird gestartet. Ich hatte im Vorfeld befürchtet, dass mein immer noch vorhandener Husten (und meine nicht mehr vorhandene Stimme) mir einen Strich durch diese Disziplin machen, aber es geht vom Start weg ganz gut. Ich schaffe es das Tempo von Jutta und Lisa zu halten ohne zu husten. Durch die Gesichtsmaske bekomme ich schlecht Luft bei der Höhe der Belastung aber ich traue mich nach der abgefrorenen Nase vom Vortag auch nicht mehr sie auszuziehen. Also ziehe ich die Gesichtsmaske immer mal wieder runter, atme tief ein und rümpfe die Nase um zu testen, ob noch Leben drin ist. Am Ende werde ich 5. im Ziel und bin sehr zufrieden, dass es aufgrund der widrigen Vorzeichen nicht der letzte Platz geworden ist.

Mein Partner Thiemo hat bei dieser Disziplin ein wenig zu kämpfen. Der Arme ist erst 2 Tage vor Beginn der Challenge für Tim Lobinger eingesprungen und hat sich demzufolge auch nicht wie alle anderen auf dieses Event vorbereiten können. Nun geht es an seine Ausdauergrenze, aber auch er schlägt sich wacker.

Das 2. Event des Tages ist ein Fahrtechniktraining mit dem Touareg. Ein Parcour muss auf Zeit gefahren und der Touareg am Ziel punktgenau eingeparkt werden. Claudi, die alte Heizdüse dreht sich mit dem Touareg – ich hatte schon beim Skidoo-Rennen gemerkt, dass in ihr ein Evil Knevil steckt ;o). Nach dem Event brät Thiemo mir-nix-dir-nix einfach nochmal über den Parcour und kassiert einen Anschiss von „Striezel“ Hans-Joachim Stuck, aber das kratzt ihn irgendwie nicht… ;o).

Im Anschluß werden wir mit 2 Stunden Freizeit in Dawson City – der alten Goldgräberstadt – belohnt. Die ersten freien Minuten seit unserer Abreise in Deutschland tun gut. Ich muss unwillkürlich an einen Freund denken, dem immer Sachen passieren, die anderen nicht passieren als ein Hund an einer Laterne leckt und mit der Zunge bei minus 40°C kleben bleibt. Tolpatsche gibt es offenbar auch mit 4 Beinen….

Das Vorhandensein einer Dusche hat einen noch nicht gekannten Charme. Am Abend grillt die Feuerwehr leckere Steaks für uns und wir dürfen aufgrund der tiefen Temperaturen noch einmal im Hotel schlafen. Danke, welch ein Luxus. Im nicht bewässerten Jacuzzi haben wir aber auch jede Menge Spaß…. ;o)

FULDACHALLENGE Tag 2: Skidoo-Rennen, Extremklettern und eingefrorene Nase (leider meine)

Fulda_2_45

Wir werden um 6.00 Uhr geweckt. Zelte einpacken und outdoor frühstücken am Lagerfeuer bei minus 32°C. Vom gestrigen Event fühle ich mich noch wie eine Räuchermakrele und mag nicht am Lagerfeuer stehen. Alles stinkt noch nach Rauch. Jacke, Haare, Hose. Aber duschen oder Klamotten lüften /waschen ist nicht möglich. Hoffe darauf, dass sich der Gestank in der Frischluft von alleine verflüchtigt.

Nach dem Frühstück fahren wir zunächst 170 km auf dem Klondike Highway Richtung Norden. Auf dem zugefrorenen P.River erwartet uns das nächste Event. Das Skidoo-Rennen. Ein Geri weist uns sehr kurz in das Skidoo ein („hier ist das Gas, da ist die Bremse, alle anderen Knöpfe interessieren nicht, die Strecke ist schwer weil sie viele „Bumps“ hat und nun mal los“). Männlein und Weiblein starten getrennt. 2 Teams treten jeweils gegeneinander an. Meine Gegenerin ist Claudia Nystad. In der Proberunde haben wir viel Spaß, mich trägt es kurz aus der ersten Kurve, dafür Claudi aus der zweiten. In der Zielgeraden geben wir nochmal richtig Gas und sind nach 5 Minuten wieder am Start angelangt, nun soll es ernst werden. Ich positioniere mich im Startblock da kommt ein Arzt auf mich zu und sagt „mitkommen“. Im Medizinauto muss ich die Nase vor die Heizung halten. Ich blinzel kurz in den Spiegel und sehe ein schneeweißes wachsartiges lebloses Gebilde aus der Mitte meines Gesichts ragen – meine abgefrorene Nase. Nun merke ich es auch. Ich will die Nase rümpfen, aber es tut sich nichts in der Mitte meiner Murmel. Mein Buff-Tuch ist offensichtlich während der Proberunde von der Nase gerutscht und ich habe es aufgrund der Kälte nicht bemerkt. Die Nase ist komplett erfroren. Der Auftauprozess tut sauweh – aber die Nase hat wieder Gefühl. Da geht auch schon die Autotür auf – ich muss zum Rennen antreten, aber mein Zinken brennt noch Hölle und ich bin nun etwas demotiviert, habe Angst, dass mir die Nase noch einmal einfriert und dann ganz kaputt ist. Die Aktion hat mir schlagartig einen Heidenrespekt vor diesen Witterungsbedingungen eingeflößt und ich bin momentan total schissig. Auf dem Parcour nimmt mir Claudi 4 Sekunden ab – es sei ihr gegönnt. Claudi ist nett, ein Olympiastar ganz ohne Allüren und mit viel Humor, wie sich in den nächsten Tagen noch zeigen wird.

Weiter geht es 270 km über den Klondike Highway nach Dawson City, dem Eisschrank des Yukons. 40 Grad minus erwarten uns hier. Entgegen des Timetable wird das Zeltaufbauen abgesagt. Die Organisatoren haben Mitleid mit uns. Wir dürfen im Hotel schlafen. Ich wusste nicht mehr, wie sehr man sich über die Übernachtung in einem mittelmäßigen Hotel freuen kann.

Das 2. Event des Tages ist Eisklettern mit 2 Pickeln und Steigeisen unter den Füßen. Die Krux an der Sache ist (abgesehen davon, dass ich grundsätzlich gar nicht klettern kann), dass der Felsen, den wir erklimmen sollen kein bißchen überfroren ist. Das macht diese Aufgabe extrem schwierig. Durch die Steigeisen an den Füßen hat man mit diesen schonmal gar keinen Halt und die Pickel in den Händen kann man nirgendwo reinschlagen. Es sind weit über minus 40°C und das bloße Festhalten der Gerätschaften friert die Extremitäten innerhalb von Sekundenbruchteilen ein. Ich traue dem Braten nicht, habe schon am Start völlig erfrorene Hände und von meiner Erkältung irgendwie noch weiche Beine. Der Bergsteigerpapst klettert den Felsen einmal vor und zeigt uns wie es geht, aber das wirkt so derart unkontrolliert und unsicher, dass ich mich frage, wie wir das als Laien schaffen sollen. Was man sich von vornherein nicht zutraut klappt dann auch nicht: Ich rutsche drei mal ab, hänge zwischenzeitlich kopfüber am Seil (erfahre aber glücklicherweise erst am nächsten Tag, dass man dabei aus dem Klettergurt rutschen kann…). Alle Teampartner nehmen ihre Frauen mit den dicken Thermojacken nach dem Klettern in Empfang und helfen wo es geht, Thiemo sitzt derweil im Auto. Egal, das ist nur eine von 10 Disziplinen… ich will einfach nur ins Warme und schlafen.

FULDACHALLENGE Tag 1: Sieg beim Hundeschlittenrennen!!!

Fulda_1_40

Nach 24- stündiger Anreise von Düsseldorf nach Whitehorse kommen wir todmüde im Hotel an. Nun ist Bekleidungscheck angesagt. Jeder Teilnehmer wird komplett von Fulda eingekleidet, um den Temperaturen von bis zu minus 50°C zu trotzen. Die Unterwäsche allerdings habe ich selbst im Gepäck: den Energy Accumulator Extra Warm von X-Bionic. Was mir zuhause noch wie ein Sauna-Anzug vorkam entpuppt sich hier vor Ort als wahrer Segen. Ohne dem wäre es schwierig, denn die Temperaturen jenseits der minus 30 Grad kann man sich in Europa definitiv nicht vorstellen.
Mein Teampartner Tim Lobinger hatte kurzfristig abgesagt und ich war gespannt wer als Ersatz auf mich wartet. Es ist Thiemo Reeh aus München.
Nach dem Frühstück gibt es direkt klare Ansagen. Der Tag ist von morgens 6.00 Uhr bis abends 22 Uhr straff durchgeplant. Ganz im Hinterkopf hatte ich, dass das auch irgendwie eine Marketingveranstaltung sein soll und man vielleicht ein bißchen nett ;o) zu uns ist, aber ganz im Gegenteil. Man darf dieses nicht und jenes nicht und wenn man es doch tut dann gibt es gleich mal richtig fett Punktabzug. Wie damals in der Schule.
Nach dem Frühstück geht es ohne Umschweife zum ersten Event: dem Hundeschlittenrennen. Es ist ein toller sonniger Tag und Jack Turner von Muktuk Adventures weiht uns in die Geheimnisse des Hundeschlittenführens ein. A und O ist es mit den Tieren ein stimmiges Verhältnis aufzubauen. In seiner Ranch stehen seine Bücher, die Titel wie „treat people like dogs“ tragen. Jack ist Hundefan durch und durch.

Die 8 Hundeschlitten mit den dazugehörigen 6 Huskies werden verlost. Thiemo und ich haben Schlitten 5 und becircen die Hunde vor dem Start, dass sie Gas geben. Von der Ranch aus geht es zunächst ein Stück bergab. Da kippen wir schon das erste Mal mit unserem Schlitten um. Ohoh… das kann ja was geben.
Start im 2 Minuten-Rhytmus! Es läuft gut, die Hunde geben alles, irgendwann kommt das vor uns gestartete Team in Sicht. Wir haben also 2 min gut gemacht und liegen demzufolge gut im Rennen. Im Ziel steht fest: wir liegen weit vorn und haben somit Event Nr. 1 gewonnen. Markus, der Medical, fragt nach der Zieleinfahrt, ob alles in Ordnung ist und schaut mir länger ins Gesicht. Ich wundere mich, was er wohl meint. Bei mir ist alles in Ordnung. Am nächsten Tag werde ich leider wissen war er meint.
Das 2. Event des Tages ist Extreme-Cooking mit Stephan Henssler. Vorher müssen wir jedoch noch ein fippsiges Zelt aufbauen, was uns für die Nacht kein gutes Gefühl gibt. Obwohl wir Camping-erprobt sind brauchen wir endlos um das Ding aufzustellen. Im losen Schnee halten keine Heringe und etwas windschief lassen wir das Zelt zurück um zum 2. Event aufzubrechen, denn zu spät kommen gibt ebenfalls Punktabzug. Es erwarten uns 8 Feuerstellen. Auf jeweils 3 Autoreifen lagert eine Spanplatte – unsere Kochinsel. Los geht´s. Wir erhalten einen Lachs, einen Truthahn mit allem drin ;o), Tomaten, Paprika, Butter, Koriander, Petersilie, 3 Eier, Sour Cream und Butter. Die Vorspeise muss nach 45 min fertig sein und die Hauptspeise nach 85 min.
Wir entschließen uns für Lachs auf der Haut gebraten mit Rosmarinkartoffeln, danach gibt es Truthahnbrust in Zitronensauce mit Ratatouille. Zwischendurch wollen wir noch die Eier verarbeiten, aber die sind zu diesem Zeitpunkt schon gefroren. Das ist generell das Problem. Die Sachen in der Pfanne bekommen werden von oben genauso schnell wieder kalt, wie sie von unten warm gemacht werden. Schwierig schwierig. Am Ende des Tages führen wir trotz nicht ganz geglückter Kochperformance die Tageswertung an und falle müde ins Bett.
Am nächsten Morgen ist für 6.00 Uhr Aufstehen angesagt. Punkt 7:30 Uhr soll sich der Tross in Bewegung setzen und die Zelte müssen schließlich auch noch eingepackt werden. Verschlafen ist nicht angesagt. Wie schon gesagt, hier herrschen harte Regeln: wer zu spät kommt, auf dem Highway geblitzt wird oder ansonsten nicht pariert bekommt Punktabzug.

mehr Fotos hier…

Fulda Challenge geschafft!

„Kalt… Eiskalt… Fulda-Challenge…“. Was einfach nur wie ein Werbeslogan wirkt trifft leider den Punkt relativ genau. Bei Temperaturen jenseits der minus 40°C fällt es dem Körper schwer, sich auf andere Dinge als die Erhaltung der Vitalfunktionen zu konzentrieren…

Nach einer Woche harter Strapazen an der Grenze der körperlichen Leistungsfähigkeit sitze ich im Hotelbett in Whitehorse und empfinde das als absoluten Luxus.

Mein Tagebuch der Fulda-Challenge poste ich hier in den nächsten Tagen!

Ich lebe noch….

natascha binder fulda challenge arktis halbmarathon

nach nunmehr 5 Tagen harten Wettkampfs sind wir heute das erste Mal in der Zivilisation in Inuvik ganz im Norden und haben Internet – Yeaaahhhh!!!! Ich habe mittlerweile überhaupt keine Stimme mehr (bei Anreise waren es immerhin noch 30%) und der Husten hält sich hartnäckig ist aber nicht viel schlimmer geworden als vor der Abreise. In der Gesamtwertung kämpfen wir uns langsam wieder ein Stück nach vorne. Der zweite Tag mit meiner erfrorenen Nase beim Skidoo-Race hat ein arges Loch ins Punktekonto gerissen. Das Skidoo-Rennen war wie gesagt aufgrund der Erfrierungen eine Enttäuschung und das Eisklettern am Abend mit Eispickel und Steigeisen, aber ohne Eis stand unter dem Zeichen der Demoralisierung beim Skidoo-RAce. Der Zinken tat weh und es war sooo kalt und überhaupt. Dumm nur, dass das die beiden Events waren, die punktemäßig doppelt zählten. Nun ja. Heute werden nun noch Iglus gebaut und mit dem morgigen Buggy Kiten auf Eis findet das mehr als kalte Event seinen Abschluß. Wir werden sehen, was geht.

Sponsoren

Sponsor werden -->

Dr. Natascha Binder | Flachskampstraße 14a | 40627 Düsseldorf