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FULDACHALLENGE Tag 2: Skidoo-Rennen, Extremklettern und eingefrorene Nase (leider meine)

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Wir werden um 6.00 Uhr geweckt. Zelte einpacken und outdoor frühstücken am Lagerfeuer bei minus 32°C. Vom gestrigen Event fühle ich mich noch wie eine Räuchermakrele und mag nicht am Lagerfeuer stehen. Alles stinkt noch nach Rauch. Jacke, Haare, Hose. Aber duschen oder Klamotten lüften /waschen ist nicht möglich. Hoffe darauf, dass sich der Gestank in der Frischluft von alleine verflüchtigt.

Nach dem Frühstück fahren wir zunächst 170 km auf dem Klondike Highway Richtung Norden. Auf dem zugefrorenen P.River erwartet uns das nächste Event. Das Skidoo-Rennen. Ein Geri weist uns sehr kurz in das Skidoo ein („hier ist das Gas, da ist die Bremse, alle anderen Knöpfe interessieren nicht, die Strecke ist schwer weil sie viele „Bumps“ hat und nun mal los“). Männlein und Weiblein starten getrennt. 2 Teams treten jeweils gegeneinander an. Meine Gegenerin ist Claudia Nystad. In der Proberunde haben wir viel Spaß, mich trägt es kurz aus der ersten Kurve, dafür Claudi aus der zweiten. In der Zielgeraden geben wir nochmal richtig Gas und sind nach 5 Minuten wieder am Start angelangt, nun soll es ernst werden. Ich positioniere mich im Startblock da kommt ein Arzt auf mich zu und sagt „mitkommen“. Im Medizinauto muss ich die Nase vor die Heizung halten. Ich blinzel kurz in den Spiegel und sehe ein schneeweißes wachsartiges lebloses Gebilde aus der Mitte meines Gesichts ragen – meine abgefrorene Nase. Nun merke ich es auch. Ich will die Nase rümpfen, aber es tut sich nichts in der Mitte meiner Murmel. Mein Buff-Tuch ist offensichtlich während der Proberunde von der Nase gerutscht und ich habe es aufgrund der Kälte nicht bemerkt. Die Nase ist komplett erfroren. Der Auftauprozess tut sauweh – aber die Nase hat wieder Gefühl. Da geht auch schon die Autotür auf – ich muss zum Rennen antreten, aber mein Zinken brennt noch Hölle und ich bin nun etwas demotiviert, habe Angst, dass mir die Nase noch einmal einfriert und dann ganz kaputt ist. Die Aktion hat mir schlagartig einen Heidenrespekt vor diesen Witterungsbedingungen eingeflößt und ich bin momentan total schissig. Auf dem Parcour nimmt mir Claudi 4 Sekunden ab – es sei ihr gegönnt. Claudi ist nett, ein Olympiastar ganz ohne Allüren und mit viel Humor, wie sich in den nächsten Tagen noch zeigen wird.

Weiter geht es 270 km über den Klondike Highway nach Dawson City, dem Eisschrank des Yukons. 40 Grad minus erwarten uns hier. Entgegen des Timetable wird das Zeltaufbauen abgesagt. Die Organisatoren haben Mitleid mit uns. Wir dürfen im Hotel schlafen. Ich wusste nicht mehr, wie sehr man sich über die Übernachtung in einem mittelmäßigen Hotel freuen kann.

Das 2. Event des Tages ist Eisklettern mit 2 Pickeln und Steigeisen unter den Füßen. Die Krux an der Sache ist (abgesehen davon, dass ich grundsätzlich gar nicht klettern kann), dass der Felsen, den wir erklimmen sollen kein bißchen überfroren ist. Das macht diese Aufgabe extrem schwierig. Durch die Steigeisen an den Füßen hat man mit diesen schonmal gar keinen Halt und die Pickel in den Händen kann man nirgendwo reinschlagen. Es sind weit über minus 40°C und das bloße Festhalten der Gerätschaften friert die Extremitäten innerhalb von Sekundenbruchteilen ein. Ich traue dem Braten nicht, habe schon am Start völlig erfrorene Hände und von meiner Erkältung irgendwie noch weiche Beine. Der Bergsteigerpapst klettert den Felsen einmal vor und zeigt uns wie es geht, aber das wirkt so derart unkontrolliert und unsicher, dass ich mich frage, wie wir das als Laien schaffen sollen. Was man sich von vornherein nicht zutraut klappt dann auch nicht: Ich rutsche drei mal ab, hänge zwischenzeitlich kopfüber am Seil (erfahre aber glücklicherweise erst am nächsten Tag, dass man dabei aus dem Klettergurt rutschen kann…). Alle Teampartner nehmen ihre Frauen mit den dicken Thermojacken nach dem Klettern in Empfang und helfen wo es geht, Thiemo sitzt derweil im Auto. Egal, das ist nur eine von 10 Disziplinen… ich will einfach nur ins Warme und schlafen.


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