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Gesamtsieg beim Saisonabschluss in Arnstadt

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Für das letzte Rennen in dieser Saison habe ich mir den Arnstädter Marathon in Thüringen ausgeguckt. Praktischer Nebeneffekt dieser Veranstaltung ist die Tatsache, dass meine beste Freundin und Patentante meiner Tochter Lara in Arnstadt wohnt, die ich eh viel zu selten sehe. Am Samstagmorgen reise ich mit Family an und wir fahren im Anschluss die Strecke ab (es gibt mehrere Rund à 20 km, wieviele man fährt kann man unterwegs entscheiden, woraus inklusive Einführungsrunde Streckenlängen von 12, 33, 54 oder 75 km resultieren). Der Kurs ist extrem kurzweilig. Hier ein Trail, da eine schöne Aussicht, Schleichweg durch die Hecke, um eine Ruine drumherum. Schon die Streckenbesichtigung macht extrem viel Spaß und Vorfreude auf den Renntag setzt ein. Die Saison war bisher super und ich möchte morgen noch ein schönes letztes Ergebnis zum Abschluss einfahren. Mit meinem Cannondale F(lit)SI bin ich mittlerweile auf Du und Du und eigentlich kann es nur gut werden.

Für den Renntag ist super Wetter angesagt. Am Rennmorgen trete ich vor die Tür. Oha, der liebe Gott hat aber die Kühlschranktür aufgelassen. Es ist echt schattig. Im Startblock entscheide ich mich dann aber gegen die Winterjacke und Beinlinge (ich hab ja nen Kittel neben mir ;0))), denn die Sonne entschließt sich zu scheinen. Neben mir im Startblock stehen mit Marcel Kittel, Naima Diesner und Gwenda Rüsing bekannte Gesichter, bummeln ist nicht ;o). Vom Start weg rollt es dann auch gleich richtig gut. Ich gehe in Führung und fühle mich super, die Einführungsrunde vergeht wie im Flug und schwups befinde ich mich auf der 20 km Hauptrunde. Und schon setzt die Denkmaschine ein: was mache ich beim Rundendurchlauf? Weiterfahren und riskieren, dass noch etwas anbrennt, oder ins Ziel mit nur kleiner Runde aber sicherem Sieg in der Tasche? Schwierig, denn es ist ein schöner Renntag und eine tolle Strecke, andererseits könnte ich die gewonnene Zeit noch mit meiner Freundin und Family verbringen. Na gut, dann gehen wir das Ganze mal faktisch an: was will ich? 1. Aufs Podium! Das soll natürlich 2. auch voll sein und 3. am Besten mit mir in der Mitte. Punkt 2 spricht gegen Weiterfahren, denn im letzten Jahr war nur 1 Frau auf der Langstrecke und mir scheint, dass es auf der Mittelstrecke auch dünn wird, zumindest in der Altersklasse. Punkt 1 und 3 wären erschlagen, wenn ich quasi JETZT ins Ziel fahre und schwupps, bin ich auch schon abgebogen. Gesamtsieg auf der 33 km-Distanz und dazu noch mit supernetten Mädels auf dem Podium. Toller Saisonabschluss bei einem liebevoll organisierten Rennen. Der Thüringer Kloß mit Gulasch und Rotkraut rundet mich und die Veranstaltung ab. Nächstes Jahr komme ich wieder! Tschüssi und lieben Dank an r2-bike.com für den Support in 2015 ;o)

PS: mein Teamkollege Christian Kreuchler, der eigentlich seinen 3. Gesamtsieg in Folge einfahren wollte, hatte leider Pannenpech. Nach dem ersten Platten und nachfolgender Aufholjagd an die Spitze brachte der 2. Platten das Motivationsfass zum überlaufen ;o(.

Dank an Gwenda Rüsing für die schönen Fotos!

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Gesamtsieg bei den World Games oft MTB – 8. WM-Titel


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Die World Games of MTB – die Amateur-WM in Saalbach-Hinterglemm – ist seit 2008 ein fester Bestandteil in meinem Rennkalender. Hier fing irgendwie alles an und ich liebe dieses Rennen, diese Veranstaltung und einfach das ganze drumherum. Steile Rampen, Top-Organisation, epische Siegerehrung und eine geile Party hintendran lassen wirklich keine Wünsche offen. Dafür nehme ich auch 1500 Reisekilometer in Kauf…

Der Start ist um 9:00 Uhr bei Kaiserwetter in Hinterglemm. Traditionsgemäß geht es zunächst neutralisiert über Straße leicht bergab nach Saalbach. Eigentlich mit der schwierigste Part der Strecke, da das Feld dicht ist und man gar nicht genug aufpassen kann, keinen anderen Lenker zu tuschieren. Auf dieser Fahrt bergab höre ich auf einmal einen lauten Knall. Ein Bike fliegt 2m hoch durch die Luft und dann ein weiterer Rums – mutmaßlich ist jetzt ein Kopf aufgeschlagen. Das Geräusch lässt mich das ganze Rennen nicht mehr los und ich hoffe inständig, dass niemandem ernsthaft etwas passiert ist. Das sind so die Momente, in denen ich drüber nachdenke, ob nicht Tischtennis, Hallenjojo oder Golf doch die besseren Sportarten sind….

In der Fußgängerzone von Saalbach wird das Rennen dann freigegeben, ich trete an, schalte am Anstieg aufs kleine Blatt und meine Kette verschwindet zwischen kleinem Blatt und Kurbel. Ich muss runter vom Rad, hinter mir lauter Protest. Mit Geduld und Fingerspitzengefühl versuche ich die Kette freizubekommen, aber es will nicht klappen. Der Spalt ist kleiner als die Kette breit ist. Mit grober Gewalt geht es dann irgendwann doch. 4min sind vergangen und das gesamte Starterfeld ist vor mir auf dem Schotteranstieg zum Spielberghaus während ich kurz vorher noch mit Regina Genser vom Rocky Mountain Team ganz vorne war. Das fängt ja gut an. Aber egal, alles nur kein Sturz. Kurz überlege ich, nach Hinterglemm zurückzurollen und mich einfach in die Sonne zu legen. Aber das geht irgendwie auch GAR nicht.

Also starte ich eine fulminante Aufholjagd. Vorbei an großen und kleinen Frauen, mit Zopf und ohne, schmal, breit, bunt – ich habe keine Ahnung wo ich liege im Feld. Der erste Anstieg von 800 hm zur Panoramaalm ist bewältigt. Auf der Abfahrt gleich 5 Bergabparker in Reihe vor mir auf der Milka-Freeride-Line. Wegen dem Sturzgeräusch, das ich immer noch im Ohr habe erspare ich mir potentiell schmerzerzeugende Überholmanöver und nehme am 2. Anstieg zum Schattberg wieder ordentlich Fahrt auf. Und da endlich, noch ziemlich am Anfang, sehe ich Regina Genser wieder. Jetzt kann es nicht mehr so schlimm sein. Mit uns ist noch eine jüngere Konkurrentin. Regina deutet an, dass sie evt. die Langdistanz fahren möchte. Bei den World Games kann man unterwegs zwischen den Streckenlängen 31, 42, 58 und 83 km wählen. Jeweils gespickt mit ordentlich Höhenmetern. Die Streckenteilung der 31 km-Runde ist schon passé. Die Langdistanz hatte ich heute morgen auch in Erwägung gezogen, allerdings vor meinem Körnerfeuerwerk….. Wenn Regina lang fährt wird es zum einen ein harter Kampf, zum anderen könnte ich aber trotzdem noch die AK-Wertung gewinnen, allerdings hat ein Overall-Sieg ja auch immer einen gewissen Charme. Außerdem brauche ich auch noch etwas Restenergie für die legendäre Party heute Abend… Was aber, wenn das jüngere Mädel, das noch vor uns war schon auf die 42 km-Distanz abgebogen ist? Ich setze alles auf eine Karte und biege statt auf die Langdistanz ab auf die Zielabfahrt. Als ich den Zielbogen durchfahre ruft der Stadionsprecher „wir begrüßen die erste Dame auf der 42km-Distanz“ – jippieh – der 8. Weltmeistertitel. Die Strategie ist aufgegangen, alles richtig gemacht! Und jetzt habe ich viel zu tun. Schnute in die Sonne, Erdinger trinken, Powershoppen, Eis essen, Siegerehrung und dann Party on mit der „Scheisscoverband“ Gerri&Gary… und während ich jetzt diese Zeilen schreibe ist alles schon wieder Geschichte. Aber der Termin für nächstes Jahr steht ja schon im Kalender ;o))))))…..

 

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AK-Sieg beim Ruhrbikemarathon in Wetter! Overall Platz 3!

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Der Ruhrbikemarathon ist einzigartig. Er hat einen Trail-Anteil von gefühlten 100%, in Realität wohl so um die 95%. Er gehörte zu meinen ersten Marathonerfahrungen in 2006, von daher kamen am Samstag nostalgische Gefühle auf ;o)… Von damals wusste ich noch, dass ein schneller Start hier das A und O ist, denn auf den Trails sind Überholmanöver schwierig, da kann man schon froh sein, wenn man es schafft ab und an die Trinkflasche an den Mund zu führen.

Der Start ist auf einem Sportplatz, in der Mitte ein Lautsprecherauto und die ganze Rennmischpoke fährt sich rhytmisch im Kreis warm. Ich muss grinsen. Es hat was von Rollschuhdisco, Schulsportfest und Supermarktpromo. Dann die Startaufstellung. Eine große Blonde vor mir, eine kleine blau-weiße Dunkelhaarigen hinter mir, die mir irgendwie bekannt vorkommt. Dann der Start. Ich schieße den Puls ins Nirvana, komme gut weg und bin in Führung, dann überholt die große Blonde alias Stefanie Dorn. Und ist erstmal weg. Macht nix, die hol ich mir noch. Ich kurbel was das Zeug hält, rechts, links, rauf, runter. An einem Stich berghoch steigt der Vordermann vom Rad, grrr… ich links um einen Nadelbaum rum, wär ja gelacht und schwups bohrt sich ein Astquerschläger in meinen linken Arm, egal.. wie war das? Pain is for the moment, glory forever! Weiter gehts und das Blut trieft ;o)… Rennstart war um 13:00 Uhr, ich fahre die 51 km, es gab auch 32km. Mittlerweile passiere ich den Rundendurchlauf. Ahhhh…. es hätte jetzt auch zu Ende sein und mit dem Gesamtsieg enden können. Welcher Idiot hat hier die längere Strecke gebucht? Kann nur ich gewesen sein… So ein Sch…. Naja, sind ja nur noch 20 km, quasi die Hälfte von dem, was ich immer Mittwochabend fahre, nur ein Fünftel vom EBM und gar nur ein Zehntel von der Salzkammerguttrophy, also weiter geht´s!

Irgendwann sagt ein Typ zu mir: dreh Dich mal um. Ich dreh mich grundsätzlich nicht um! Altes Rennfahrerprinzip! Aber nach ein paar Sekunden weiß ich was er sagen wollte: die blau-weiße überholt mich Schubrakete. Und da hab ich auch mein deja-vu: sie hat mir auch in Willingen ganz am Ende noch ein Minütchen abgenommen. Kathrin Hollendung! Der Pulsanschlag vom Anfang fordert allerdings seinen Tribut: ich bin leider nicht mehr auf Schubraketenmodus. Nach einer Flußdurchquerung drehe ich mich doch mal um und da ist sie… eine weitere Konkurrentin – aaaaargh…. und sie winkt auch noch… (Frechheit!!!). Beim Näherkommen stellt sich raus, dass es Cemile Trommer ist, ein großes Nachwuchstalent in meinen Augen, Jahrgang 1990, die sich bei der diesjährigen WM in Wolkenstein mit dem 33. Platz direkt hinter Bettina Uhlig bereits eine gute Marke setzen konnte. OK, die darf das ;o). Cemile finde ich außerdem total nett, jetzt mal vielleicht den Moment ausgeklammert, in dem sie mich überholt.

Mit einem soliden 3. Gesamtplatz komme ich als 1. Frau meiner Altersklasse ins Ziel, wo mich Max Friedrich mit einem Snack der besonderen Art erwartet. Ich bekomme eine Maxalami vom Erfinder höchstpersönlich geschenkt. Danke Max!

Stefanie Dorn, die große Blonde kommt enttäuscht ins Ziel. Sie hat sich verfahren und so die Führung an Katrin Hollendung abgegeben. Dass uns das allen schon einmal passiert ist, ist leider nur ein schwacher Trost. Kopf hoch Stefanie! Du zeigst es allen beim nächsten Rennen!

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Overall-Ergebnis:
1. Katrin Hollendung 3:02:52
2. Cemile Trommer 3:04:11
3. Natascha Binder 3:06:56

Gesamtsieg in Grafschaft auf der Mitteldistanz

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Der Grafschaft Marathon ist der Jungfernritt für mein jüngstes Pferd im Stall, das neue Cannondale F(lit)SI, und mich. Die Spannung steigt als ich am Donnerstag noch einen anderen Vorbau montieren lasse und die Sitzposition anpasse. Im Startblock stehe ich neben meinem Teamkollegen Christian Kreuchler und meine so „und???“, er: „wird hart… viele auf Augenhöhe“. Christian fährt die 109 km, ich habe mich mal für die Mittelstrecke mit 59 km entschieden. Um 9:52 Uhr fällt dann der Startschuss, 2 min später als geplant weil der Linienbus noch durch musste ;o)… Ich trete ordentlich in die Pedale, Flitsi geht mit wie ein junger Hengst. In den nächsten beiden schnellen Kurven gibt mir Flitsi allerdings ganz deutlich zu verstehen: „wenn Du mich so reitest wie Dein F29 schmeiße ich Dich spätestens in der nächsten Kurve ab!“. OK, das war deutlich. Ich nehme in den nächsten Kurven raus und auch in den Abfahrten müssen sich Reiter und Gaul erst noch ein bißchen aneinander gewöhnen. An den Anstiegen jedoch gibt es kein Halten mehr. Flitsi klettert was das Zeug hält. Wir beide freuen uns über die Tatsache, dass das Höhenprofil diesmal keine Mausezähnchen sondern immerhin 4 Eckzähne aufweist und an den Anstiegen werden wir immer mehr ein Team. Nach kurzer Kebbelei mit Reza Hormes gleich am Anfang kann ich in Führung gehen und diese bis ins Ziel halten. Jippieh – Gesamtsieg auf der Mittelstrecke! Mein Mann Ingo Binder ist bei diesem Rennen auch dabei. An der 2. Verpflegung kommt er nach schnellem Start in Sicht und bleibt dann immer 200m vor mir. Ich frage mich, ob er mich motivieren oder provozieren will oder nicht schneller kann (bloß nicht von der Alten überholen lassen ;o))… Am letzten Berg legt er aber nochmal zu und ist mit 1,5 Minuten vor mir 2. in seiner Altersklasse. Im Ziel wird die Freude dann noch größer: Christian kommt als Gesamtsieger der Langstrecke ins Ziel. Doppelsieg für das r2-bike.com MTB Racing Team!

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Härtetest im Erzgebirge – 2. Platz AK in Seiffen

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Mein Debüt beim Erzgebirgsmarathon lief ein wenig anders als ich gedacht habe… zwar sprang noch der 2. Platz AK und 5. Platz overall bei einem hochkarätigen Starterfeld raus, aber ich hatte mir mehr erhofft. Am Rennmorgen wurde ich nach einem Alptraum (Tochter entführt) mit gefühltem Puls 250 wach. Der Blick auf die Uhr: noch 2 min bis Weckerklingeln also keine Zeit mehr den Traum mit Happy-End fertigzuträumen. Meine Vorbelastung hab ich auf jeden Fall intus ;o). Vom Start weg rollt es eigentlich ganz gut. Ich wähne mich an 3. Stelle hinter dem Tschechinnen-Duo Milena Cesnakova und Jana Skrbkova, allerdings ist Regina Marunde noch vor, was allerdings die Tschechinnen zunächst auch nicht auf dem Schirm haben. Das Rennen gliedert sich in Einführungsrunde von 12 km und 3 Runden a 30 km. Die Einführungsrunde ich nicht wirklich eine, denn nach ein paar hundert Metern wird das Rennen schon scharf gestellt. Milena ist vor, mit Jana kann ich gut mithalten. Daniele Storch ist hinter uns. Bis zum Beginn der 2. Runde sind wir eng zusammen. In Runde 2 springt mir 3 mal die Kette ab und ich verliere die Trinkflasche. Jana und Daniela ziehen vorbei. Daniela hole ich nach einer Weile und einem Körnerfeuerwerk wieder ein. Jana ist rund 2 min vor. Von Daniela kann ich mich ein Stück weit absetzen. Hinter uns noch die Tschechin Lucie Vlaskova, Siegerin der Sellaronda-Hero Langstrecke, mit der ich um Platz 3 der Marathon Man Serie kämpfe. Der EBM ist ein typischer Mittelgebirgsmarathon, rauf runter, Kurve hier Kurve da, kleine Abfahrt. Mir fehlen lange Anstiege und das Gerappel über die Wurzeln macht mich kirre. Ich habe einen Ticken zu viel Luft im Reifen und der Sattel ist zu hoch. Mittlerweile macht mir auch die Hitze zu schaffen. In Runde 3 zieht es mir dann schlagartig den Stecker. Daniela überholt mich und zündet wie eine Rakete. Sie fährt am Ende noch auf Platz 2. Ich versuche irgendwie weiterzufahren und mich nicht von Lucie überholen zu lassen. Letzteres gelingt mir zwar, allerdings reicht der Vorsprung von 7 min nicht für den 3. Platz beim MME. Nichtsdestotrotz war die Stimmung beim Rennen toll und die Verpflegung und Betreuung durch mein Team r2-bike.com MTB-Racing absolut perfekt (lieben Dank an Claudi, Mario und Ronald!). Und einen Grund zur Freude habe ich trotzdem noch: ich habe in Seiffen mein neues FSI bekommen (hüpf hüpf und danke danke danke)…

1. Platz: Regina Marunde (5:06)
2. Platz: Daniela Storch (5:08)
3. Platz: Jana Skrbkova (5:08)
4. Platz: Milena Cesnakova (5:13)
5. Platz: Natascha Binder (5:17)

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Gesamtsieg beim Sellaronda Hero!

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Der Sellaronda Hero Marathon fehlte noch auf meiner Liste. Also wenn nicht dieses Jahr wann dann? Man wird ja schließlich nicht jünger… (dazu komme ich gleich noch). Nach Willingen erwischt mich nämlich ein Nasennebenhöhlen-Spunk. Als er Dienstags vor der Sellaronda nicht weg ist suche ich den HNO auf. Sonde in den Rüssel, sieht nach Sinusitis aus. Hmmm. Ich: „ach.. Ich wollte am Samstag ein Rennen fahren“. Der Doc: „hamse ma in ihren Pass geguckt?“. Mir blitzt ein „hamse ma ihre Zähne mit gebrochenen Fingern aufgehoben“ durch den Kopf aber der Prof. soll mir im Herbst besagte Nase operieren deswegen halte ich die Klappe… (hoffe er liest das jetzt nicht!). Bis Mittwochabend hadere ich ob ich bei der Sellaronda starten soll und dann fahre ich los nach Wolkenstein ;o).. Hach ist das schön hier. Freitagabend kurz vor knapp siegt noch ein klitzepopelkleines Bisschen die Vernunft und ich buche von Hero extreme (87km/4700hm) auf Hero normal (62km/3400hm und sowas von normal…) um, was sich als gute Idee erweist. Nun bin ich froh, noch ein Rennsteak, ab ins Bett und am nächsten Morgen wartet Startblock 14 auf mich (weiß gar nicht wann ich jemals so weit hinten stand). Da auf den ersten 4 km bereits 700 hm zu bewältigen sind und es zügig auf einen schmalen Weg geht stehe ich schon um 7:30 im Startblock obwohl der Start erst um 8:45 Uhr ist. Gut wegkommen ist denke ich das oberste Gebot, wo die Strecke eh ziemlich verstopft sein wird durch Startblöcke 1-13… Ich fahre los, wenn ich nicht ganz vorne wäre würde ich denken es läuft gaaar nicht, aber das macht sicher die Höhe und den anderen Teilnehmerinnen geht es genauso. Mein Puls steigert sich von 162 auf die mir gewohnten 175, um dann, je steiler der Anstieg wird, weiter zu sinken. Ist das jetzt die Höhe? Als die Anzeige 49 bpm bei circa 17% Steigung erreicht beschließe ich dass der Garmin nicht ganz korrekt anzeigt. Die erste Abfahrt ist schön trailig, allerdings komme ich schlecht voran, da die Strecke so voll ist und ein Überholen kaum möglich. Auf dem Anstieg nach Pralonga bin ich weiterhin in Führung. Das Feld ist immer noch dicht. Leider muss ich an den Verpflegungsstellen halten, so kommt in Arabba Daniela Hartmann in Sicht, die Vorjahressiegerin. Sie überholt bei km 36 bleibt jedoch in Sichtweite. Auf der sehr technischen Abfahrt vom Passo Pordoi überhole ich Daniela wieder, die Probleme mit dem Hinterrad zu haben scheint. Ärgerlich sowas. Nun bin ich wieder hochmotiviert. Die Abfahrt vom Pordoi macht Spaß aber auch hier ist eine gute Linienwahl kaum möglich, da die 87 km Strecke hier wieder auf die 60 km Strecke trifft. An der letzten Verpflegung bei km 44 halte ich nicht mehr an. Ich liege wieder in Führung und das soll mir jetzt keiner mehr nehmen. Nur noch ein Anstieg und eine Abfahrt… Der Anstieg zum Sellajoch ist wieder übelst steil, aber menschenleer (die lange Strecke wurde wieder auf eine weitere Schleife abgeleitet). Ich versuche noch einmal alles zu geben. Auf der Abfahrt gebe ich Gas aber bin dennoch vorsichtig. Bloß keinen Sturz oder Durchschlag riskieren. Die Taktik geht auf! Ich komme als erste Dame der Hobbywertung (für die Profis ist das Rennen gleichzeitig WM) ins Ziel. Was mich besonders freut: meine r2-bike.com MTB-RACING Teamkollegin Andrea Böttger ist gleich hinter mir auf Platz 2.

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Quick and Dirty 2. Platz in Willingen auf der Kurzstrecke




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Der Willingen-Marathon ist ein MUSS, zumal der Anfahrtsaufwand mal vergleichsweise gering ist. Allerdings erwischt mich Willingen in den letzten Jahren zunehmend im Motivations-Zwischentief. Große Rennen sind schon gelaufen, die nächsten Laaaangstrecken werfen ihre Schatte voraus. Da ist der Willingen-Marathon irgendwie so dazwischen. Im Hinblick auf den Malevil Cup am darauffolgenden Wochenende und dem Sellaronda-Hero in 2 Wochen mit satten 5000 hm entscheide ich mich in Willingen für die Kurzdistanz. Also 69er Jahrgang ein ambitioniertes Vorhaben ;o). Vor 2 Jahren fuhr ich schonmal auf dieser Distanz aufs Treppchen und als ich aufgerufen wurde sagte der Lebensgefährte einer anderen Platzierten hektisch zu seinem Freund: „Natascha Binder?, wer ist das denn?“ und der andere: „Jahrgang 69!!!“ – ganz nach dem Motto: die brauchste Dir gar nicht merken – jetzt kommense schon zum Sterben her ;o)…

 

Es geht also um 7:30 Uhr los. 52 km und 1600 hm. Ich sage vorsichtshalber schonmal im Hotel Bescheid, dass sie das Zimmer nicht herrichten sollen, da ich gleich wiederkomme und mich wieder ins Bett lege ;o)…

 

Vom Start weg komme ich gut in Tritt. Das ist immer ein bißchen fraglich bei mir und gerade heute kommt es ja drauf an. Der pinke Leopard ist schon weg – Kathrin Schwing ist ja dieses Jahr wirklich wie ein Raubtier unterwegs… Den Rest der Mischpoke habe ich noch ganz gut im Blick. Wenn ich mich nicht verzählt habe dann müsste es Platz 5 sein. Regina Genser ist vor und eine dunkelhaarige Kenda-Frau und dann noch 2… Ich versuche mal „alles“ gleich am Anfang zu geben. Einteilen muss man sich ja nix bei „nur“ 50 km… oder doch? Ich fahre so schnell es geht und es rollt supergut. Nach 20 km denke ich „jetzt nochmal 30, das ist ja noch mehr als die 20! Was wieder beweist, dass alles eine Sache der Perspektive ist. Bei der Salzkammerguttrophy vor 2 Jahren dachte ich „jippieh – nur noch 30! Schlußsprint!“. Nach ca. 25 km überhole ich Dame Nummer 4 und schiebe mich an deren Position, Katrin Hollendung auf Platz 3 in Sicht! Also alles mal ohne Kathrin gerechnet – die färht eh immer lang. Genial! Das kann ja vielleicht was geben mit Podium. Kathrin Hollendung erweist sich jedoch als zäh. Immer wieder attackiere ich, aber sie überholt mich im nu. Am letzten Anstieg gebe ich nochmal richtig Gas. Jetzt sind es nur noch 3 km und ich schaffe es in Führung zu gehen, aber da habe ich die Rechnung ohne Katrin gemacht. Die tritt nochmal richtig an, ich versuche dran zu bleiben. Mein Garmin zeigt einen Puls an, der mir noch nie attestiert wurde und ich denke Junge Junge…. hättste mal besser die Uhr zuhause gelassen -> without watch no limits!

 

Mit +/- einer Minute Rückstand komme ich als 4. Dame overall und 2. Dame Masters ins Ziel. Overall gewonnen hat souverän die supersympathische Mary Mcconeloug aus den USA.

 Overall:

  1. Mary Mcconnelough   2:25,51 (1. Master)
  2. Regina Genser              2:28,24
  3. Katrin Hollendung      2:28,39
  4. Natascha Binder          2:29,31 (2. Master)
  5. Esther Stockhofe         2:37,38 (3. Master)

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AK-Sieg in Klatovy – eine tschechische Schlammschlacht im Böhmerwald

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An diesem Wochenende stand mal wieder ein Renn-Quickie an. Das heißt Freitagmorgen 3:30 Uhr aufstehen und circa 700 km Auto fahren, Samstag morgen um 5:00 Uhr aufstehen und ein Mountainbike-Rennen erledigen (Langstrecke versteht sich, denn sonst lohnt ja auch die weite Fahrt nicht) und am Sonntag dann wieder um 3:30 Uhr raus aus den Federn und 700 km retour mit dem Auto. Wenn mich jemand fragt, weiß ICH zumindest immer ganz genau woher jede Falte in meinem Gesicht kommt!

 

Wie schon gesagt, geht es Freitagmorgen um 4:00 Uhr für mich los nach Klatovy in Tschechien, ganz in der Nähe von Prag. Das Rennen gehört zur Marathon Man Europe Serie und ist der zweite Lauf nach dem Rennen in Riva. Diese Serie möchte ich dieses Jahr gerne wieder gewinnen, zuletzt gelang mir das 2013, aber insbesondere die tschechische Konkurrenz ist sehr stark. Also sagen wir mal ich möchte am Ende der Serie zumindest auf dem Treppchen stehen,von daher ist es in Klatovy ein wichtiges Rennen für mich und momentan führe ich die Serie an.

Der Veranstalter kündigt das Rennen wie folgt an:

Endlose Wälder und nahezu unberührte Natur, soweit das Auge reicht: Der Nationalpark Sumava ist zusammen mit dem Bayerischen Wald nicht nur das größte zusammenhängende Waldgebiet Europas, sondern auch Schauplatz eines der ältesten Mountainbike-Marathons auf dem Kontinent. Der Author Král Šumavy (König des Böhmerwaldes) findet bereits zum 22. Mal statt, genießt Kultstatus in Tschechien und lockt jedes Jahr 2500 Mountainbiker auf die drei Distanzen über 100, 70 und 45 Kilometer.

Auch 2015 startet man auf dem malerischen Marktplatz der denkmalgeschützten Altstadt von Klatovy, von da aus geht es auf die traumhaften Böhmerwald-Trails. Eine abwechslungsreiche Strecke, reichlich bestückte Verpflegungsstellen, zahlreiche Zuschauer und attraktives Rahmenprogramm sorgen für ein faszinierendes Marathonerlebnis. Fast schon legendär ist das Gulasch mit Bier für alle Teilnehmer im Ziel, und am Abend heizen drei Bands bei einem ein Open-Air-Konzert ein – Bikerherz, was willst du mehr?

 

Die Fahrt dorthin ist reibungslos und ich bin schon um 10:00 Uhr im Hotel. Die erste große Hürde, nämlich das Bike mit aufs Hotelzimmer zu schmuggeln, ist genommen und es steht dem Nachholen von Schlaf nichts mehr im Wege. Danach mache ich mich auf dem Weg zur Anmeldung,drehe aber vorher noch eine Runde in die Stadt, wo mir ein paar Flip Flops in die Hände fallen. Im Zimmer hatte ich noch mit der Nagelschere ein bißchen die Nackenhaare geschnitten und die Fußnägel lackiert – von daher ist meine Vorbereitung absolut perfekt!

 

Nach erfolgter Anmeldung fahre ich mich noch fürs Rennen ein und gerate in einen Schauer. Naja egal, für morgen ist Kaiserwetter angesagt! Im Hotel gibt es noch eine kleine Diskussion um die Frühstückszeit. Der Start ist um 7:30 Uhr, das Frühstück gibt es aber erst ab 7:00 Uhr. Das ist natürlich zu spät. Man bietet an, um 6:00 Uhr ein Frühstück als Breakfast-Tüte bereitzustellen. Diese hole ich mir pünktlich um 6:00 Uhr, meine Sinne werden jedoch irritiert von einer Stiege voller frisch gebackener Brötchen und Croissants. Ich frage an der Rezeption ob ich mir davon eins nehmen kann? Nein erwidert die Rezeptionistin, ich hätte mich ja schließlich für die Tüte mit dem Frühstück entschieden. Diese beinhaltet Kümmelbrot, Aufschnitt und eine kleine Dose Marmelade. Todesverachtend frühstücke ich Kümmelbrot mit Aprikosen-Apfel-Marmelade und schreibe gedanklich übelste Verrisse in Hotelbewertungs-Internetseiten. Als ich um 6:30 Uhr das Hotel verlasse wedelt die Rezeptionistin mit einem Croissant hinter mir her, das könnte ich jetzt doch haben. Na vielen Dank, ich hab jetzt schon gefrühstückt.

 

Am Start treffe ich auf meinen Lieblingsfreund Thomas, der extra aus Thüringen angereist kam, um mich spontan am Start zu begrüßen. Ich verpflichte ihn ad-hoc, mich beim Rennen zu betreuen, wobei wir beide aber noch nicht wissen, ob das klappen wird, so ganz ohne Ortskenntnisse.

 

Wie ich es schon vom Malevil-Cup in Tschechien kennen, läuft der Start anders ab als „zu Hause“. Hier gibt es kein „5 minutes to the start“ usw., hier knallt irgendwann unvermittelt einfach ein Schuss, alles zuckt einmal und setzt sich in Bewegung. Beim Start fährt man am besten die Ellbogen weit aus, wenn man nicht schon auf den ersten Metern zu Boden gehen möchte. Es wird gerangelt was das Zeug hält und ich habe das Gefühl, dass das Mountainbiken irgendwie hier erfunden worden sein muss.

 

Zunächst rollt es prima, die Strecke ist trocken und es ist warm. Ich befinde mich nach eigener Kalkulation an vierter Stelle (was sich jedoch als Trugschluss beweist, da ich eigentlich dritte bin), was mich nur mäßig begeistert, aber da ich meist in der zweiten Rennenhälfte noch mal richtig auftaue, mache ich mir zunächst nichts draus. Wie schon richtig vermutet schließe ich schon nach kurzer Zeit bei circa Kilometer 20 zu Frau Nummer 3 auf Jana Skrbková auf, die eigentlich Frau Nummer zwei ist. Kurz ausruhen und dann Schubrakete vorbei und das sollte es dann mit dem dritten beziehungsweise zweiten Platz gewesen sein, dachte ich… Aber da habe ich die Rechnung ohne Frau Skrbková gemacht. Schon nach kurzer Zeit überholt sie mich derart schubraketenmäßig, dass sie mir eigentlich nach 5 Minuten circa 2 km abgenommen haben müsste, pendelt sich jedoch 50 m vor mir wieder ein. Ich ruhe mich kurz aus und überhole sie dann im gleichen Modus. Dieses Spielchen spielen wir eine ganze Weile, bis ich keine Lust mehr habe. Da es mittlerweile sehr windig geworden ist und sie offenbar gerne vorfahren möchte lasse ich ihr den Vortritt, halte sie aber auf Sicht.

 

Dieses Rennen ist irgendwie total komisch. Mein Puls will nicht so richtig hoch, seit kurzem habe ich ja auch einen Wattmesser und spinxe aus Verzweiflung immer mal darauf, aber bei diesem komischen Gelände sagen mir die Zahlen überhaupt nichts. Die Uhr macht mich total bekloppt! Normalerweise bin ich ja gar nicht so datenhörig aber heute schon.

 

Weiß eigentlich jemand wie viel Gedanken einem bei einem Rennen durch den Kopf schießen? Eine Enzyklopädie füllt man damit locker! Wieviel man innerlich fluchen kann? Ich frage mich zunehmend mehr, wer auf die Scheißidee kam hier die lange Strecke zu fahren. Bei Kilometer 60 denke ich, es könnte jetzt eigentlich auch gut vorbei sein und wenn ich die 70 gefahren wäre, wären es jetzt nur noch 10 km. Aber nun kommt alles noch schlimmer. Es setzt heftiger Regen ein. Auf dem höchsten Punkt der Strecke dann sogar Hagelschauer. Keine Weste, keine Armlinge, mir ist kalt wie die Sau und im Trikot regnet mein neues iPhone 6 nass! Und jetzt noch in die lange Abfahrt. Ich mag auch nichts mehr essen und trinken und Gels gehen auch nicht mehr rein, alles ekelig. Was mache ich eigentlich hier? Was ist das für ein blödes Hobby, wo man durch knietiefen Schlamm fährt, mehrere Flüsse zu Fuß durchqueren muss, dass die Schuhe nass sind und dann bei 0° pitschnass die Abfahrt runter fahren muss? Auf den Abfahrten habe ich auch immer noch irgendwelche Honks vor mir, die mit dem Matsch nicht klar kommen und mir den Weg versperren.  Das Agro-Barometer ist auf Hochstimmung! Ich muss unbedingt wenn ich im Ziel bin meiner Freundin Bianca simsen, dass ich AUF KEINEN FALL mit ihr am Montag biken werde. Überhaupt ist ungewiss, ob ich mich jemals wieder auf ein Bike setze.

 

Leider habe ich keine Orientierung darüber, dass ich mich eigentlich die ganze Zeit an dritter Stelle bewege und nur 6 Minuten hinter der Spitze bin, sonst hätte ich mich sicherlich noch besser motivieren können, aber so ist erst mal alles doof. Ich lasse irgendwann die Frau mit den vielen Konsonanten im Namen ziehen. Und dann, irgendwann, platzt der Knoten wieder und ich versuche doch noch mein Bestes zu geben. Bei einer erneuten Flussdurchquerung bremst mein Vordermann so lange vor dem Ufer ab, das jeglicher Schwung verloren ist und ich auch absteigen muss. Hüfttief waten wir durch den Fluss. Ich nutze zumindest die Gelegenheit um Unterwasser einmal die Kurbel zu drehen, denn mein Antrieb funktioniert schon lange nicht mehr richtig. Auf die beiden großen Gänge komme ich schon gar nicht mehr und alles knarzt. Das Quietschen, das ich immer wieder vernehme zwischendurch entpuppt sich als das völlig durchtränkte Sitzpolster meiner Hose.

 

Und dann, wiederum irgendwann, ist es da…. das Ziel. Ich erreiche dies als 1. Frau meiner Altersklasse und – oh Wunder – 3. Frau Overall, nur 6 min hinter Milena Cesnakova, die meines Wissens letztes Jahr die MME-Serie gewonnen hat.

 

Im Ziel simse ich meiner Freundin Bianca. Auf keinen Fall werde ich am Montag biken und jammern tu ich auch ein bißchen. Sie antwortet: „wie war das noch? Pain for the moment, glory forever“. Genau! Heute geht es auch schon wieder und jetzt freu ich mich auf Willingen…. ;o)

 

Gesamtklassement 105km:
1. Milena Cesnaková (Superior MTB) 5:37:17
2. Jana Skrbková (Eleven Team Příchovice) +2:02
3. Natascha Binder (GER, r2-bike.com) +6:16
4. Ivana Loubková (Eleven Mercedes Mitas) +14:29
5. Hana Falcová (Alltraining Lawi) 28:29

Sieg beim Schinderhannes Marathon in Emmelshausen

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Damit die Zeit zwischen den Rennen der Marathon Man Europe Serie nicht zu lang wird habe ich mir dieses Jahr als „Zwischenrennen“ Den Schinderhannes Marathon in Emmelshausen ausgeguckt.

Aber wie so oft vor dem Rennen, geschehen im Vorfeld wieder merkwürdige Dinge. Am Donnerstagabend bin ich mit meiner siebenjährigen Tochter Lara unterwegs zu einem Vortrag, auf den wir uns sehr gefreut haben. Lara meint, „komm Mama, wir rennen“. Nichts leichter als das, bis eine hochstehende Bordsteinplatte zumindest meinen Lauf abrupt beendet. Ich bremse mit linkem Mittel- und kleinem Finger mein gesamtes Körpergewicht grob ab und gehe dann zu Boden. Die kleine Fingerkuppe kann ich abklappen, der Mittelfinger blutet so stark, dass ich ihn erstmal im Mund verstaue… Praktischerweise ist die Notfallpraxis unseres Vertrauens an der Ecke, hat aber leider schon zu. Am nächsten Tag entpuppt sich der Mittelfinger als gequetscht und mit tiefem Einriss oberhalb des Fingernagels, dazu etliche Prellungen.

Am Samstagmorgen stellt sich die Frage, ob ich beim Schinderhannes starte. Mein Mann Ingo ist gewillt die Langstrecke zu fahren und ich wollte auf der Mitteldistanz mein Bestes geben. Björn, Ingos Transalppartner 2015, hat keinen Startplatz mehr ergattert. Nach einer Nacht voller Schmerzen und pochendem Finger wache ich mit den Worten auf: „ruf Björn an, er kann meinen Startplatz haben!“. Einmal auf den Beinen geht es aber dann schon wieder. Um 9:00 Uhr habe ich noch einen Termin in der Unfallpraxis meines Vertrauens und fahre vorsichtshalber mal mit dem Racebike dorthin – vielleicht geht es ja doch? Zaghaft frage ich Frau Dr. Wagner – die ich wegen ihres Pragmatismus liebe – ob ich denn starten sollte, könnte oder so… Sie meint, naja… gehen würd´s schon. Wenn es sich richtig entzündet müssen wir halt dann den Nagel abnehmen. Okaaaaayy….. na dann! Wenn´s weiter nix ist :p)…. Auf dem Weg nach Hause erreicht mich die SMS von meinem Kumpel Thomas „viel Erfolg beim Rennen – unter Schmerzen bist Du ja besonders gut ;o)“. Das war jetzt endgültig das Startsignal! Auf nach Emmelshausen!

Am Rennmorgen stelle ich beim Frühstück fest, dass ich mit dem Verband am Finger wohl kaum in den Handschuh hineinkomme, weshalb ich den Wirt unseres Hotels nach einer Schere frage und zakk, den Mittelfinger (also den vom Handschuh) abschneide, was bei den ca. 30 Rennteilnehmer an den anderen Frühstückstischen leichtes Stirnrunzeln hervorruft.

Also lange Vorrede, ich stehe irgendwann (bereits eine halbe Stunde vor Start wegen sich stark füllendem Rennblock) am Start und brauche jetzt nur noch das Fünkchen Rennbiss. Ahh… da kommt Konkurrentin XY und stellt sich 2 min vorm Start von vorne in den Startblock. Alles klar. Das reicht schon. Jetzt aber gleich Knallgas ;o). Der Startschuss hallt, das Feld setzt sich in Bewegung und nach ein paar Metern ziehe ich mit einem inneren Grinsen an XY vorbei. Wie sich herausstellen soll gebe ich die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab, weiß allerdings unterwegs noch nicht, wie hart mir die Konkurrenz auf den Fersen ist. Zunächst ist das Rennen absolut mühelos, gut rollende Anstiege wechseln sich mit endlosen Trails ab, sodass ich das Gefühl habe fast nur bergab zu fahren. Nach 25 km habe ich einen 24er Schnitt und rechne hoch… das kann ja locker unter 3 Stunden werden für die 69 km und 1800 hm, aber schon bei meiner Kalkulation habe ich das Gefühl, dass ich die Rechnung ohne den Hannes gemacht habe. Der zückt am Ende nämlich nochmal ordentlich den Rotstift und bucht ein paar üble Rampen als Extraposition ein. Das fühlt sich jetzt zwar nicht mehr so komfortabel an wie am Anfang, wird aber durch noch schönere Singletrails belohnt, das Ziel rückt immer näher, wenn ich an steilen Anstiegen zurückblicke sehe ich keine Konkurrenz und mich überkommt ganz schön gute Laune als ich als erste Frau von 40 Starterinnen auf der Halbmarathon-Distanz beim Schinderhannes-Debüt die Ziellinie in 3:19 h überquere.

1. Natascha Binder (r2-bike.com MTB RACING) – 3:19:01
2. Daniela Gerhards (Team Radsport Breuer) – 3:22:46
3. Rebekka Markert (Kenda DMC) – 3:26:41

3. Platz beim Rocky Mountain Bike Marathon in Riva

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Pic by Ubi Blutsventje – Danke Ubi!

Der Riva-Marathon ist alljährlich das Show-Down der Bike-Elite. Podium daher stets fraglich bis unmöglich. Ich liebe dieses Rennen, da es im Gegensatz zu den meisten anderen Marathons technisch sehr anspruchsvoll ist. Das steinig-stufige Felsengelände am Gardasee ist nicht jedermanns Sache. Ich hingegen liebe es. Am Gardasee habe ich das Mountainbiken gelernt und in Gedanken sehe ich bei den Abfahrten noch meine Einschlagstellen der ersten Jahre…

 

Grundsätzlich freue ich mich immer sehr aufs Rennen aber eine gewisse Unruhe macht sich auch immer breit. Reicht die Fitness für die Langdistanz und wie stark ist die Konkurrenz. Darüber hinaus macht einem dann auch die lange Anreise noch zu schaffen. 2000 km hin und zurück nur fürs Rennen sind schon eine Ansage. Aber dieses Jahr habe ich es gut. Meine Freundin und zweifache Transalppartnerin Bettina Dietzen ist dieses Jahr neu bei uns im Team und ich freue mich sehr, wieder mehr Zeit mit Ihr zu verbringen, so auf der Anreise zum Riva-Marathon.

 

Der Wecker klingelt Mittwochmorgen um 2:30 Uhr, um 4:30 Uhr bin ich in der Eifel und sammle Bettina und ihren Lebensgefährten Roland ein. Weiter geht’s zum Gardasee, wo wir schon um 13:30 Uhr eintreffen. Hundemüde lege ich mich erstmal schlafen, gehe Abends früh ins Bett und schlafe bis 10:00 Uhr. Welch Luxus. Aber um 11:00 Uhr bin ich schon wieder müde. So geht das bis Freitag. Der Rennstart ist um 7:30 Uhr, was heißt: 5.00 Uhr klingelt der Wecker. Eigentlich will ich meinen Biorhytmus noch ein bißchen aufs Rennen anpassen, aber ich bin einfach zu müde und schlafe lieber aus.

 

Am Vorabend des Rennens haben wir um 18 Uhr noch Teambesprechung. Wer braucht was wann und wo und von wem und wer wird wo stehen…. Eigentlich sind wir mittlerweile routiniert, aber bis die Planung perfekt ist zieht es sich halt doch immer. Im Anschluss schnell ins nächste Restaurant, Körner für morgen bunkern, aber leider ist vor jedem Restaurant eine lange Schlange: mindestens 30 min Wartezeit. Mittlerweile ist es schon 20:30 Uhr. Wir finden noch ein Restaurant, wo wir direkt einen Tisch bekommen, allerdings ist das Lokal proppenvoll. Der Kellner vergisst leider unsere Hauptgerichte abzurufen, sodass wir um 21:30 Uhr endlich unsere Pizza bekommen. Nun aber schnell zum Auto und ab ins Bett. Aber hoppla! Der Parkplatz, auf dem unser Auto steht ist nun mit Pollern abgesperrt. Das war vorhin nicht ersichtlich… Bettina und ich gehen zu Fuß zur Unterkunft. Wie sich später rausstellt, bugsiert Roland den Wagen mit Hilfe eines Mercedes-Fahrers gleichen Schicksals in Millimeterarbeit durch die beiden Poller und taucht irgendwann mit Auto in unserer Unterkunft auf. Mittlerweile ist es 22:45 Uhr und ich schwöre mir: beim sten Mal wird alles anders! Und lege mir eine Argumentationskette zurecht, dass das alles jetzt überhaupt nicht schlimm ist…

 

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 5:00 Uhr. Das Befinden ist gar nicht sooo schlecht und ich bin guten Mutes. Um 7:30 Uhr erfolgt der Start zur Ronda Extrema. Zunächst komme ich ganz gut vom Start weg und am neuralgischen Engpassin Varignano vorbei. Allerdings fühle ich mich sehr müde. Ich könnte auf dem Bike einschlafen und mein Puls bestätigt das, indem er 10 Schläge unter Soll arbeitet. Egal, einfach mal weitermachen. Ich kalkuliere, dass ich an 7. Stelle liege. Nach den ersten 1000 hm folgt die erste holprige Abfahrt ins Val Lomasone, auf der ich Jana Zieschank überholen kann. Ich liege nunmehr an 6. Stelle. Die 6. Dame ist nicht in Sicht und ich hoffe auf die nächste technische Abfahrt, den steinigen Sentiero die Russi, für ein Überholmanöver. So gelingt es mir dann auch auf der steinigen Abfahrt Frau Nr. 6 klar zu distanzieren. Auf dem nachfolgenden langen Anstieg zum Monte Casale hat sie mich kurz vor dem Gipfel wieder eingeholt, allerdings gelingt es mir, vor ihr in die Abfahrt Richtung Gorghi zu gehen und wiederBoden gut zu machen. In Gorghi steht unser Teamchef Ronald mit einer Cola bereit und ich freue mich nun auf den letzten Anstieg und die Abfahrt über den Bocca di Tovo nach Riva, denn die hat es nochmal richtig in sich. Oberste Devisse: bloß nicht mehr stürzen und bitte keine Panne! So erreiche ich als 5. Frau overall und als 3. in meiner Altersklasse das Ziel in Riva in 6:21,39 hinter Katrin Schwing (5:55,55) und VerenaKrenslehner-Schmid (6:10,07).IMG_1326 IMG_1325 IMG_1324 IMG_1288

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